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Verbotene Stadt

Sie hatten sich für chinesische Verhältnisse weit vorgewagt. Soweit wie bei der „Mr.-Gay“- Wahl im „Lan-Club“ im Januar, war man in Peking noch nie gegangen. Ein schwuler Schönheitswettbewerb in dem noch kommunistischen Land mit akuter Homophobie? Bis kurz vor Beginn der Veranstaltung sah es tatsächlich so aus, als könnte die Schönheitswahl steigen. Doch als die chinesischen Behörden davon Wind bekamen, dass der zu wählende „Mr.-Gay“ China auf einem internationalen Wettbewerb vertreten sollte, wurden die Veranstalter gezwungen die Show abzusagen.

Es ist ein ewiges Austesten der Grenzen. Seit über einem Jahrzehnt gilt Homosexualität in China nicht mehr als Verbrechen, doch tendiert die gesellschaftliche Toleranz gegen Null. Wer als Chinese offen schwul lebt, muss mit Anfeindungen und Diskriminierungen rechnen. Nicht die beste Umgebung für eine Reise nach China.

Und dennoch lohnt sich der Trip nach Peking, auch dank Menschen wie Justin Zhao. Der 29-jährige Chinese hat vor einigen Jahren die schwule Reiseagentur „Go Pink China“ gegründet und bietet Touren in Peking aber auch Reisen durch verschiedene Städte Chinas an. „Die schwule Szene in Peking ist nicht sehr groß, dort einen Zugang zu finden ist nicht einfach. Wir können Reisenden die Gay-Hotspots in den Städten zeigen, die sie sonst nicht zu Gesicht bekommen würden. Wir machen das Eintauchen in die lokale Gay-Community möglich“, so Zhao. Neben „Go Pink China“ gibt es in Peking noch eine weitere schwule Reiseagentur, „China Mango“.

Pekings schwules Nachtleben ist noch ausbaufähig. Doch auch wenn die Auswahl an Gay-Clubs ist nicht sehr groß ist - es werden immer mehr. Der Dauerbrenner ist das „Destination“, die wohl noch immer stylischste und angesagteste schwule Location in Chinas Hauptstadt. Auch im „Lan-Club“ finden immer wieder schwule Veranstaltungen statt, hier sollte auch die „Mr.-Gay“-Wahl über die Bühne gehen. Das „Lan“ besteht aus einem Club und einem Restaurant – pompös eingerichtet durch den international bekannten Künstler Philippe Stark.

Zahlreiche Clubs haben wöchentliche Gay-Nights, wie „The Boat“. Wie der Name schon vermuten lässt, ein echtes Boot, dass auf einem kleinen Fluss in Pekings Innenstadt vor Anker liegt - nicht weit vom Ausgehviertel „San Li Tun“. Und immer mehr Ausländer kommen nach Peking, die Stadt wird internationaler. Mittlerweile findet man englischsprachige Stadtmagazine, die auch ein paar Gay-Locations auflisten. Doch wer Pekings Gay-Community wirklich kennenlernen will, sollte sich einen schwulen Reiseleiter suchen.

Doch weder „Go Pink China“ noch „China Mango“ haben sich nur aufs Nachtleben spezialisiert. Sie bieten auch individuelle Trips zu den Sehenswürdigkeit der chinesischen Hauptstadt an. „Wir versuchen auch immer, schwule Gesichtspunkte in diese Touren einzubauen“, sagt Justin Zhao. Dabei weiß er auch viel über Chinas Geschichte zu erzählen, das nicht immer so homophob war. So war Homosexualität im alten China weit verbreitet und ist seit antiker Zeit belegt.

Der angesehene Sexualexperte Professor Zhang Beichuan von der Qingdao Universität weiß um den psychologischen Druck, dem Homosexuelle in China häufig ausgesetzt sind. „Viele Homosexuelle begehen Selbstmord, weil sie weder ihrer Familie noch ihren Freunden sagen können, dass sie schwul sind. Und ihre Eltern sind traurig und deprimiert, weil ihre Kinder nicht heiraten“, so Zhang. Obwohl es laut dem Experten etwa 30 Millionen Homosexuelle in China gibt, ist Homosexualität heute weiterhin ein Tabuthema. „Die Vorurteile gegen Homosexuelle kommen aus dem chinesischen Konzept von Sexualität, nachdem Sex nur dazu da ist, um zu heiraten und Kinder zu bekommen. Und es gibt den wirtschaftlichen Aspekt: Wer kümmert sich im Alter um dich, wenn du keine Kinder hast? Wer versorgt dich, wenn du krank bist?“, so Zhang.

Homosexualität gilt im China von heute als unmoralisch, schwules Leben spielt sich meist im Verborgenen ab. Chinas LGBT-Bewegung wächst, doch Verknüpfungspunkte mit dem Rest der Gesellschaft gibt es kaum. Yang Ziguang will das nicht hinnehmen. Der 23-jährige leitet das Pekinger Schwulen- und Lesbenzentrums, von dem viele Aktionen ausgehen, die die Akzeptanz für die LGBT-Bewegung stärken sollen. Mitte Februar 2009 ließen sich zum Beispiel ein lesbisches und ein schwules Pärchen in Hochzeitskleidung auf der berühmten Qianmen Straße hinter dem Platz des Himmlischen Friedens fotografieren. Die Aktion zog zahlreiche Schaulustige an, auch die Polizei war sofort zur Stelle. Doch weil die Aktivisten keine Flugblätter gegen Homophobie sondern lediglich Blumen an die umstehenden Menschen verteilten, ließ die Polizei sie gewähren. Die Grenzen für öffentliche Auftritte der LGBT-Bewegung sind eng gesetzt. „Es gibt auch heute noch kein Gesetz, das Homosexuelle vor Diskriminierungen schützt“, sagt Yang. Er kennt viele Homosexuelle, die ihre Sexualität verheimlichen - aus Angst ihren Job zu verlieren. „Und das gilt besonders für Menschen, die für die chinesische Regierung arbeiten“, so Yang. Dennoch glaubt Yang, dass junge Menschen zumindest in den Großstädten mittlerweile durchaus Möglichkeiten haben, ihr eigenes Leben zu gestalten.

Doch noch ist Homosexualität in China ein sensibles Thema; wer nach China reist, sollte sich über die Situation vor Ort informieren, meint Justin Zhao von „Go Pink China“. So kann die Reise in Chinas Hauptstadt zu einem spannenden Abenteuer werden. Und wer weiß – vielleicht findet ja beim nächsten Besuch in Peking tatsächlich eine „Mr.-Gay“-Wahl statt.

von Peer Junker





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So wie auf dem Foto geht es nicht immer zu. Hunde und Katzen können sich ja oftmals nicht wirklich riechen...genauso wie die Besitzer. Aber welches ist eigentlich des Schwulen liebstes Haustier? Hund? Katze? 







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Franz A. Benz
Na lasst sie doch machen, die Schwulen. Die hat's im alten Rom doch auch schon gegeben. Und was sagte doch kürzlich...
Harry Gambler
Eine Anti-Mobbing-Gesetz ist für uns alle das wichtigste, es sollte europaweit einheitlich sein und die Würde des...
roulette spielen
Also ich meine das war eh lediglich eine Modeerscheinung
Guido
Unkritisches PR-Nachgequatsche. Auch damit hat "der erfolgreiche Verleger" und Ex-Maoist seine Millionen...
Ritter_Ivanhoe
Hui - was ist denn das ? LEO im neuen online Design ! Scheeeeeeeeeeeen isses ^.^
Bernhard
Danke schön Peter für den Kommentar. Das finde ich fair und anständig. Gebe Dir vollstens Recht, dass der Kalender...
Peter Goebel
Lieber Bernhard, gerne will ich auf Deine Kritik eingehen. Warum keine Begrüßung? Leo ist keine Neuerscheinung auf dem...
Bernhard
Hallo liebe Leser. Überraschend kam die Übernahme der Hamburger Publigayte Gemeinde wohl für alle Leo Leser nicht....
Stefan, 38
Erst habe ich gezögert! das "LEO" Magazin April überhaupt nach 12 Monaten wieder mal in der Deutschen Eiche...
Norbert
Leider muß ich wieder einmal feststellen das die damen und herren organisatoren nix aber auch gar nix verstanden haben....
Burli
Ja da schau her! Das ist doch eine tolle Seite und das Heft endlich mal in einem ansehnlichen Layout und auch...
Marc Huber
Hey cool, herzlichen Glückwunsch zu Eurer neuen Seite, sieht klasse aus! Weiter so!