header_logo

Irischer Frühling

Vor drei Jahrzehnten traten die Insulaner der EU bei. Seither hat sich ein tief greifender Wandel vollzogen. Dublin strahlt zwar keinen übermäßig protzenden Wohlstand aus, doch der Boom der 90er-Jahre hat die gesamte Republik vorangebracht.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kam auch der gesellschaftliche Wandel. Noch in den 70ern war der Verkauf von Verhütungsmitteln in Irland verboten, Ehescheidungen bis in die 80er illegal. Heute debattiert das Parlament der katholisch geprägten Republik über die Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule. Und die Dubliner City ist schon im Vorfeld des sommerlichen Pride Festivals am gesamten Ufer des River Liffey, der die Stadt in Nord und Süd teilt, mit Regenbogen geflaggt. Am Geburtsort eines gewissen Oscar Wilde sind die Dinge in Bewegung geraten.

„Ich lebe seit 25 Jahren offen und stolz schwul“, sagt Derek Byrne, der das „Proud To Be Gay“-Magazin herausgibt. „In dieser Zeit habe ich viele Veränderungen erlebt, die uns zunächst unerreichbar erschienen. Erst der eiserne Wille einer aktiven gay community hat dies möglich gemacht“, sagt er mit Blick auf die aktuell geplante Partnerschaftsgesetzgebung. Doch Oisín O’Reilly vom Dublin Pride bremst: „Hinter uns liegt ein turbulentes Jahr. Wir begrüßen die Debatten im Parlament, aber sie zeigen eben auch, wie viele Bereiche es in Irland noch gibt, in denen Schwule und Lesben keinen rechtlichen Schutz genießen.“ Das Motto des diesjährigen CSD lautete daher: „Auch wir sind Familie“.

Dublin ist eine junge Stadt, die Hälfte der Bevölkerung unter 30 und offenbar sehr feierfreudig. Schon mittags cruisen am Wochenende so genannte Hen Parties durchs Ausgehviertel Temple Bar: Junggesellinnenabschiede, die mehr oder minder lustig kostümiert durch die Gassen ziehen; mit zunehmenden Alkohol- steigt schnell der Geräuschpegel. Das sollte nicht davon abhalten, auch tagsüber in Temple Bar auf Entdeckungsreise zu gehen. Hier treffen Krishna-Jünger auf Indie-Jungs, Touristen auf einheimische Müßiggänger. Ein hübscher Platz fürs gay spotting beim Mittagslunch ist das „Lemon Jelly Café“, dessen große Fenster besten Blick auf die Vorbeiziehenden bieten. Hübsch, aber zu voyeristischen Zwecken weniger geeignet ist das Bistro „The Larder“, den besten (und mehrfach ausgezeichneten) Kuchen Irlands gibt’s bei der „Queen Of Tarts“.

Diese Läden sind regelrechte Ruheoasen. In Dublins Pubs geht es hingegen teilweise wild zu, unzählige Kneipen bieten Lifemusik an. Von irischer Volksmusik bis zum Hardrock reicht das Programm. Dubliner starten früh, damit sie zur Sperrstunde auch rechtschaffen voll sind. Die Schwulen machen da keine Ausnahme.

Wer ein Wochenende in der irischen Metropole plant, sollte unbedingt donnerstags anreisen – es wird mit Sicherheit nicht langweilig! Die „Front Lounge“ etwa, eine riesige Bar auf zwei Ebenen, bietet an diesem Abend unter dem Namen „Casting Couch“ so genanntes High-Camp-Karaoke an – da ist der Name Programm. In der nicht minder beliebten „Pantibar“, nur wenige Minuten zu Fuß entfernt, stehen am gleichen Abend gewagte Dragshows auf dem Plan – immerhin verfügt die Kneipe, zu der auch eine Tanzfläche im Keller zählt, über eine Bühne im Puppenhausformat, was den Spaß noch erhöht.

Neben wechselnden Partys bieten sich auch die benachbarten Clubs „The George“ und „The Dragon“ an – keine Discos, aber ebenfalls großräumige Pubs mit DJs und Platz zum Tanzen. Wer den Einheimischen noch näher kommen oder testen will, ob Linksverkehr nur auf der Straße herrscht, ist in der Sauna „Boiler House“ richtig aufgehoben. Mit der „Dock Sauna“ verfügt Dublin sogar über einen zweiten schwulen Schwitztempel. Die Szene konzentriert sich auf engem Raum, so dass man an einem Abend problemlos hin und her switchen kann.

Bei so viel nächtlichem Trubel sollte man den Tag keinesfalls verschlafen. Man kann sich einfach treiben lassen, doch das Sightseeing funktioniert auch thematisch. In der Heimat der Dubliners, Sinead O’Connors oder der Jungs von U2 führt der „Rock’n’Stroll Trail“ quer durch die Stadt, vorbei an wichtigen Stationen der Musikgeschichte. Und wer die Stelle findet, an der sich das „By Request“-Cover von Boyzone fotografisch nachstellen lässt, ist sowieso der Held.

Ganz nebenbei stößt man in Dublin auf Protagonisten der Weltliteratur wie den liegenden Dandy Oscar Wilde, dessen Denkmal ebenfalls schwules Pflichtprogramm ist. Hardcore-Literaturfans lesen ihren James Joyce, der Dublin in seinem „Ulysses“ verewigt hat, selbstredend vor Ort. Und dann muss man natürlich rund um die Grafton Street shoppen gehen, die vielen kostenlosen Museen besuchen oder die Zeit für einen Ausflug mit dem Vorort-Zug an die wunderschöne Küste der Dublin Bay nutzen, wo Fish’n Chips zum obligatorischen Guinness warten. Zu viel für ein einziges Wochenende? Am besten, man plant gleich mehrere Trips! (von Stefan Mielchen)

Info Dublin

Air Lingus oder Lufthansa bieten zahlreiche, teils günstige Direktverbindungen von verschiedenen Zielflughäfen in Deutschland an

Das Magazin kostenlos ausliegende Magazin Gay Community News gibt’s mit vielen Infos und Terminen auch online: www.gcn.ie

Hilfsbereite Menschen finden sich im Outhouse-Zentrum, wo man auch eine kleine Gay Map erhält. www.outhouse.ie

Die offizielle Tourismus-Website Dublins hält auch Informationen für Lesben und Schwule bereit: www.visitdublin.com

Alles Wissenswerte rund um den Dublin Pride gibt’s auf www.dublinpride.org





Beautiful People

09.05.2012
Pink Paradise. - Eden Bar
09.05.2012
Garry Klein. - Harry Klein
09.05.2012
Gossip-Release-Party. - Kraftakt
04.05.2012
Catch-Club. - NV-Club
04.05.2012
She-La. - 8 below
01.05.2012
Maibaumfeier. - Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz
30.04.2012
Amazonas-Frauenfest. - Oberanger-Theater
30.04.2012
Wahl der Maikönigin. - Hans-Sachs-Straße
29.04.2012
Kraftakt-Frühlingsfest. - Theresienwiese
21.04.2012
Jennifer Parks tanzt. - Oberanger-Theater

Umfrage

So wie auf dem Foto geht es nicht immer zu. Hunde und Katzen können sich ja oftmals nicht wirklich riechen...genauso wie die Besitzer. Aber welches ist eigentlich des Schwulen liebstes Haustier? Hund? Katze? 







Leserstimmen

Gold Taler
Lieber Webmaster, liebes Leo Team - wieso ist der Cityguide nicht aktuell und es fehlen so viele Einträge? ++++...
Franz A. Benz
Na lasst sie doch machen, die Schwulen. Die hat's im alten Rom doch auch schon gegeben. Und was sagte doch kürzlich...
Harry Gambler
Eine Anti-Mobbing-Gesetz ist für uns alle das wichtigste, es sollte europaweit einheitlich sein und die Würde des...
roulette spielen
Also ich meine das war eh lediglich eine Modeerscheinung
Guido
Unkritisches PR-Nachgequatsche. Auch damit hat "der erfolgreiche Verleger" und Ex-Maoist seine Millionen...
Ritter_Ivanhoe
Hui - was ist denn das ? LEO im neuen online Design ! Scheeeeeeeeeeeen isses ^.^
Bernhard
Danke schön Peter für den Kommentar. Das finde ich fair und anständig. Gebe Dir vollstens Recht, dass der Kalender...
Peter Goebel
Lieber Bernhard, gerne will ich auf Deine Kritik eingehen. Warum keine Begrüßung? Leo ist keine Neuerscheinung auf dem...
Bernhard
Hallo liebe Leser. Überraschend kam die Übernahme der Hamburger Publigayte Gemeinde wohl für alle Leo Leser nicht....
Stefan, 38
Erst habe ich gezögert! das "LEO" Magazin April überhaupt nach 12 Monaten wieder mal in der Deutschen Eiche...
Norbert
Leider muß ich wieder einmal feststellen das die damen und herren organisatoren nix aber auch gar nix verstanden haben....
Burli
Ja da schau her! Das ist doch eine tolle Seite und das Heft endlich mal in einem ansehnlichen Layout und auch...
Marc Huber
Hey cool, herzlichen Glückwunsch zu Eurer neuen Seite, sieht klasse aus! Weiter so!