header_logo

Fritten und Titten

Exakt 90 Jahre ist es her, dass sich die Jugend der Welt an der Schelde traf. Antwerpen war 1920 Austragungsort der olympischen Sommerspiele. Jung geblieben ist die flandrische Metropole bis heute. Und so wundert es nicht, dass in naher Zukunft wieder ein sportliches Weltereignis nach Belgien kommt: Im August 2013 wird Antwerpen die dritten World Outgames ausrichten – nach Montréal und Kopenhagen. In 35 Sportarten sollen sich die Besucherinnen und Besucher aus aller Welt messen. Die Spiele werden in den Antwerpener Sommer integriert, ein Festival, das die Stadt in eine große Kulturbühne verwandelt.

Schon vor drei Jahren wurden hier die EuroGames ausgetragen, in diesem Sommer trafen sich die Reisespezialisten der International Gay and Lesbian Travel Association (IGLTA) zu ihrer Jahresversammlung in der Stadt, die am Ende des Mittelalters zu den größten der Welt zählte. Für Philip Heylen ist das mehr als nur ein Event unter vielen. Der Mann, der den klingenden Titel eines Kulturschöffen trägt, in der Stadt also einiges zu sagen hat, sieht die Outgames als Versprechen auf die Zukunft: „Damit macht Antwerpen deutlich, dass wir unser Engagement für Lesben und Schwule auch weiterhin fortsetzen wollen“, betont der Politiker. Nicht ohne zu betonen, dass Homosexuelle für ihn vor allem eins sind: Touristen.

Antwerpen wirbt für sich als die „Gay Capital of Flanders“. Als Reiseziel hat die Mode- und Diamantenstadt Schwulen und Lesben tatsächlich viel zu bieten. Allen voran natürlich den „Antwerp Pride“, der 2010 allerdings auf seine Hauptattraktion verzichten musste: die „Navigaytion“, eine Party, bei der ein gutes Dutzend Ausflugsschiffe auf der Schelde schippern – mit reichlich Homos und House an Bord. Da die Nichtrauchergesetze streng und Sponsoren zickig sind, musste das Event 2010 abgesagt werden. Ersatz bot in diesem Sommer die erste White Party Belgiens – die aber für die Zukunft noch Luft nach oben hat. Nicht nur, weil sie open air stattfindet, sondern auch, weil sie sich im Gegensatz zur „Navigaytion“ erst noch etablieren muss – auch wenn sie bereits allerlei leckere Tittentiere an- respektive auszog.

Gleichwohl ist Antwerpen eine durch und durch schwulenfreundliche Stadt – wenn man vom kulinarischen Angebot einmal absieht, das Hüftgold in seinen schönsten Ausprägungen bietet… Wer Belgien bereist, ohne Fritten zu essen, ist selbst schuld. Am besten geht das bei Max am Groenplaats, wo man eine dicke Tüte exzellenter Pommes mit Aussicht auf das bunte Treiben genießt. Zum Dessert empfiehlt sich der Besuch eines Chocolatiers. Der innovativste Meister seines Faches ist zweifellos Dominique Persoone, der im Palais op de Meir ausgefallene Kreationen präsentiert: Cola, Tequila oder Austern in Pralinen gefüllt – nichts, was hier nicht geht. „Kalorien? Davon habe ich noch nie etwas gehört…“ behauptet der Meister, auf den auch die Rolling Stones vertrauen. Probieren sollte man auch die kleinen Schokobomben, die hier auf den politisch zweifelhaften Namen „Negerinnentetten“ hören.

Kulturelles Highlight der Stadt ist zweifellos das ehemalige Wohnhaus von Peter Paul Rubens. In ihm befindet sich heute ein Museum zu Ehren des berühmten Malers. Sehenswert ist auch das Modemuseum der Stadt, noch mehr Spaß macht es aber, sich beim Shoppen auszutoben – viele junge Designer bieten in ausgefallenen Shops ihre Mode an. Apropos Design: Seit diesem Sommer beherbergt die Stadt auch ein Zentrum, in dem junge Ehrenamtler lernen, Kampagnen zur HIV-Aufklärung zu entwerfen. Die „Designers Against Aids“ finanzieren die Einrichtung, die Studenten aus aller Welt beherbergt.

So kann es passieren, dass man nachts beim Ausgehen außer belgischen Homos auch Jungs aus Übersee kennenlernt. Mit dem D-Club, dem Hessenhuis oder dem Red & Blue-Club bietet Antwerpen neben einigen trendigen Bars, Saunen und Fetischlokalen ein Angebot, das für eine Stadt dieser Größenordnung durchaus bemerkenswert ist.

Und wer nicht bis zum nächsten Sommer warten möchte, wird auch im Winter froh: Der Weihnachtsmarkt auf dem Grote Markt vor dem Rathaus bietet neben vielen urigen Ständen auch eine Eisbahn im historischen Ambiente. Dort kann man für die sportlichen Großereignisse der Zukunft ja schon mal trainieren.

von Stefan Mielchen

www.gayflandern.de

 





Beautiful People

09.05.2012
Pink Paradise. - Eden Bar
09.05.2012
Garry Klein. - Harry Klein
09.05.2012
Gossip-Release-Party. - Kraftakt
04.05.2012
Catch-Club. - NV-Club
04.05.2012
She-La. - 8 below
01.05.2012
Maibaumfeier. - Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz
30.04.2012
Amazonas-Frauenfest. - Oberanger-Theater
30.04.2012
Wahl der Maikönigin. - Hans-Sachs-Straße
29.04.2012
Kraftakt-Frühlingsfest. - Theresienwiese
21.04.2012
Jennifer Parks tanzt. - Oberanger-Theater

Umfrage

So wie auf dem Foto geht es nicht immer zu. Hunde und Katzen können sich ja oftmals nicht wirklich riechen...genauso wie die Besitzer. Aber welches ist eigentlich des Schwulen liebstes Haustier? Hund? Katze? 







Leserstimmen

Gold Taler
Lieber Webmaster, liebes Leo Team - wieso ist der Cityguide nicht aktuell und es fehlen so viele Einträge? ++++...
Franz A. Benz
Na lasst sie doch machen, die Schwulen. Die hat's im alten Rom doch auch schon gegeben. Und was sagte doch kürzlich...
Harry Gambler
Eine Anti-Mobbing-Gesetz ist für uns alle das wichtigste, es sollte europaweit einheitlich sein und die Würde des...
roulette spielen
Also ich meine das war eh lediglich eine Modeerscheinung
Guido
Unkritisches PR-Nachgequatsche. Auch damit hat "der erfolgreiche Verleger" und Ex-Maoist seine Millionen...
Ritter_Ivanhoe
Hui - was ist denn das ? LEO im neuen online Design ! Scheeeeeeeeeeeen isses ^.^
Bernhard
Danke schön Peter für den Kommentar. Das finde ich fair und anständig. Gebe Dir vollstens Recht, dass der Kalender...
Peter Goebel
Lieber Bernhard, gerne will ich auf Deine Kritik eingehen. Warum keine Begrüßung? Leo ist keine Neuerscheinung auf dem...
Bernhard
Hallo liebe Leser. Überraschend kam die Übernahme der Hamburger Publigayte Gemeinde wohl für alle Leo Leser nicht....
Stefan, 38
Erst habe ich gezögert! das "LEO" Magazin April überhaupt nach 12 Monaten wieder mal in der Deutschen Eiche...
Norbert
Leider muß ich wieder einmal feststellen das die damen und herren organisatoren nix aber auch gar nix verstanden haben....
Burli
Ja da schau her! Das ist doch eine tolle Seite und das Heft endlich mal in einem ansehnlichen Layout und auch...
Marc Huber
Hey cool, herzlichen Glückwunsch zu Eurer neuen Seite, sieht klasse aus! Weiter so!