Seit dem 5. Juni 1981 wurde viel erreicht. Auch wenn Aids immer noch tödlich ist: Dank der verfügbaren Medikamente können Menschen mit HIV heute lange mit dem Virus leben. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in Deutschland seit 2007 stabil bei etwa 3.000 pro Jahr. „Das ist ein Ergebnis guter Präventionsarbeit, welche die besonders stark betroffenen Gruppen nicht stigmatisiert, sondern einbezieht“, betont die Deutsche Aidshilfe zum 30. Jahrestag.
Allerdings: Knapp zwei Drittel der Menschen weltweit, die lebensrettende HIV-Medikamente benötigen, bekommen sie nicht (Quelle: UNAIDS, Datenstand: 2009). Das UN-Millenniumsziel, bis 2010 universellen Zugang zu Prävention, Therapie und Versorgung zu schaffen, wurde damit weit verfehlt. „Das lässt sich nur als unterlassene Hilfeleistung der reichen Welt interpretieren“, sagt DAH-Vorstandsmitglied Winfried Holz.
Hinzu kommt: In vielen Ländern verhindert die Tabuisierung von Homosexualität und intravenösem Drogenkonsum wirkungsvolle Prävention. Das ist ein Grund dafür, dass sich HIV in Osteuropa und Zentralasien rasant ausbreitet. „Die Erfolge der letzten 30 Jahren dürfen niemandem vorenthalten werden. Bei der Finanzierung der internationalen Maßnahmen gegen HIV gibt es immer noch große Lücken“, so Holz.
Hier stünden reiche Länder wie Deutschland in der Pflicht. „Außerdem verhindern ideologische Scheuklappen in vielen Ländern wirkungsvolle Prävention.“ Die DAH fordert anlässlich des Jahrestages, noch mehr Geld in die Forschung investieren, damit endlich ein Heilmittel gegen die Immunschwäche gefunden wird.
30 Jahre Aids – eine Chronik
1981: Am 5. Juni berichtet der „Morbidity and Mortality Weekly Report“ über die Häufung einer seltenen Form der Lungenentzündung. HIV/Aids war zu diesem Zeitpunkt schon seit vielen Jahren unerkannt in kleinem Umfang verbreitet.
1982: Im Heft 22 berichtet der Spiegel erstmals über die Krankheit, die im Herbst unter dem Namen Aids bekannt wird. In Deutschland wird die Krankheit erstmalig bei einem Patienten aus Frankfurt/Main diagnostiziert.
1983: Der Virologe Luc Montagnier und Robert Charles Gallo entdecken das HI-Virus. Im Heft 23 widmet der Spiegel der Krankheit die erste Titelgeschichte und beginnt mit einer Hetzkampagne gegen schwule Männer.
1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.
1985: In Deutschland wird der Test aller Blutprodukte auf HIV Pflicht. Am 2. Oktober stirbt als erster Prominenter Rock Hudson an den Folgen von Aids. Viele weitere schwule Prominente sterben in der darauffolgenden Zeit - wie etwa Robert Mapplethorpe (09.03.1989), Keith Haring (16.02.1990) und Freddie Mercury (24.11.1991). Mit dem Kinofilm Buddies (USA, 1985) und dem Fernsehfilm Früher Frost (USA, 1985) erscheinen die ersten Filme über AIDS.
1987: Die Kampagne „Gib AIDS keine Chance“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung startet.
1988: Die Vereinten Nationen rufen den ersten Welt-Aidstag aus.
1991: Die Rote Schleife wird zum ersten Mal als Zeichen für Solidarität mit HIV-Betroffenen getragen.
1994: Mit „Philadelphia“ (USA, 1994) erscheint der erste Hollywood-Film über Aids.
1996: Die Kombinationstherapie löst auf dem Welt-AIDS-Kongress Euphorie aus.
Von 2000 bis 2007 steigt die Zahl der Neuinfektionen jährlich kontinuierlich an.
Seit 2007: Die jährlichen Neuinfektionen in Deutschland stabilisieren sich bei rund 3.000 pro Jahr.
(Quelle: Centrum für schwule Geschichte Köln)
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