Letzter Tag bem Gay Snowhappening in Sölden: Unter strahlend blauem Himmel und bei äußerst frühlingshaften Temperaturen ging die schwule Skiwoche mit einem echten Hingucker ihrem Ende entgegen: Beim Aprilscherz-Skirennen gab es noch einmal reichlich was zu sehen. Muskulöse Pistenhasen, Dirndl-Queens und als besonderes Highlight eine Formation aus vier aufblasbaren, mannshohen Penissen. Und auch die fuhren, wie Moderatorin Melly nicht umhinkam zu sagen, „in Reih und Glied“ den Slalomhang hinunter.
Dort hatten die Zuschauer bereits einen König mit Hermelinumhang bejubelt und einen zeigefreudigen Mann in Jockstraps. Kein Wunder, dass auch die Hetero-Gäste am Begrenzungszaun innehielten und ihren Spaß hatten, wenngleich sie sich durch die zotigen Kommentare von Melly und Mataina ein ums andere Mal vor die Frage gestellt sahen, ob man nun peinlich berührt sein müsse oder herzhaft lachen dürfe. Meistens entscheiden sie sich für Letzteres. Und „Gott, ist die laaaangsam“ gehörte wahrlich noch zu den harmlosesten Bemerkungen aus dem Zielhäuschen.
Dort gab es für die erfolgreichen Slalomfahrer erst einmal einen Schnaps, bevor sich alle noch einmal auf einen letzten Weg ins Skigebiet machten – wo angesichts der immer weiter kletternden Frostgrenze allerdings keine optimalen Bedingungen mehr herrschten wie in den letzten Tagen.
Dennoch: Das Gay Snowhappening war einmal mehr eine der besten Veranstaltungen seiner Art. Und so heißt es beim Après-Ski und beim Abschlussabend mit der Sinners-Party aus München: Servus, Pfüati – bis zum nächsten Mal!
Die Erwärmung der Erdoberfläche findet aktuell in Sölden statt. Und das liegt nicht nur daran, dass in dieser Woche mehrere hundert Schwule das Skigebiet erobert haben – auch das Wetter leistet seinen Beitrag. Zum Wochenende werden frühsommerliche Temperaturen erwartet, die Frostgrenze klettert am Samstag auf deutlich über 3.000 Meter. Dann gleicht das Fahren auf manchen Pisten eher eine Runde Wasserski.
Bislang jedoch herrschten ideale Bedingungen. Die schwule Skiwoche bietet auch abseits des Schnees reichlich Gelegenheit zum Auftauen. Am Donnerstag stand einmal mehr Ski-Guidung auf dem Plan. Drei Gruppen von gemütlich bis schnell machen das Kennenlernen leicht. „Das macht Spaß, Du fährst nie die gleichen Pisten und das Tempo war schon ordentlich“, erzählt etwa Florian aus Hamburg.
Paul aus Holland ist zum ersten Mal dabei und ebenfalls begeistert: „Alleine hätte ich das ganze Skigebiet bestimmt nicht gesehen. Und so kennt man schon ein paar Gesichter beim Après-Ski.“ Und Jens aus Frankfurt glaubt, dass die Woche die lustigste in Sölden ist: „Wenn wir mit den Jungs aus unserer Gruppe in der Gondel sitzen, wird eigentlich immer nur gelacht.“ Berührungsängste hätten die wenigsten anderen Skifahrer: „Allerdings geht es bei uns nicht immer jugendfrei zu, da gucken schon manche irritiert.“ Auch Heteros müssen bei einer schwulen Skiwoche halt erst langsam auftauen.
Heiß ging es zumindest in der Nacht zu Donnerstag im „Fire & Ice“ her: In der imposanten Bar mit angeschlossenem Dancefloor tanzten beim Gastspiel der „Salvation“-Party aus London sogar Jungs, die sonst eher auf Après-Ski-Stimmung stehen.
Am Freitag wartet dann noch ein lustiger Vormittag auf die Teilnehmer: beim Aprilscherz-Skirennen gilt es, den Sieg nach Hause zu fahren, bevor am Abend die „Sinners“-Party aus München beim Abschluss des Gay Snowhappenings zu Gast ist.
In 3.340 Metern Höhe erwartete manche Hetero-Skiurlauber am Mittwochvormittag eine kleine Überraschung: An der höchsten Stelle des Söldener Skigebietes posierte ein Haufen wild gewordener Hühner für die Fotografin. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt – aber ausgestattet mit bunten Perücken und Federboas.
Und, na klar: Wo schwule Jungs unterwegs sind, geht so etwas ohne Ausziehen nicht über die Bühne. Man(n) will ja zeigen, was man zu bieten hat. Außerdem musste man sich schon etwas einfallen lassen, um sich an dieser Station der Schnitzeljagd die höchste Punktzahl zu sichern. Und so staunten wiederum die Schwulen nicht schlecht, als es eine der lesbischen Teilnehmerinnen ihnen nachmachte - und blank zog.
Die Mittagsrast auf der sonnigen Hühnersteign ließ noch einmal Erinnerungen an die Hüttenparty von Montag wach werden – nicht zuletzt, da an den Tischen immer wieder der Song des diesjährigen Snowhappenings angestimmt wurde: „Schatzi, schenk mir ein Foto“. Ein Lied, das eben auch tageslichttauglich ist.
Bis zum Nachmittag mussten an den insgesamt fünf Stationen der Schnitzeljagd noch weitere Kontakt- und Geschicklichkeitsspiele bewältigt werden, bevor es beim Après-Ski schließlich zur Siegerehrung kam und jeder Schnitzeljäger-Schatzi sein persönliches Gipfelfoto dann tatsächlich auch geschenkt bekam. So ging ein Skitag zu Ende, der perfekter kaum hätte sein können – und an dessen Ende noch ein weitere Highlight wartete: die „Salvation“-Party aus London zu Gast in Sölden.
Der Morgen danach fing für viele Teilnehmer des Gay Snowhappenings verhalten aus, aber spätestens bei der Mittagsrast auf der Heidealm war dann alles wieder gut: Nach der berühmt-berüchtigten Hüttenparty auf der Hühnersteign war so etwas wie Wundenlecken angesagt. Doch die Startschwierigkeiten waren unter wolkenlosem Himmel schnell vergessen.
Da war es schon weit interessanter, den Abend nachzubereiten: Wer mit wem? Und warum? Und wie lange? Handys wurden herumgereicht, um anhand der Schnappschüsse den Abend nachzuvollziehen und Gedächtnislücken zu füllen. Passend dazu war „Schatzi, schenk’ mir ein Foto“ von Mickie Krause der meist gewünschte Titel des Abends, der die letzten Aufrechten erst nach 3 Uhr in der Frühe den Heimweg antreten ließ.
Da fügt es sich, dass am Dienstagabend ein Ausflug in den Aqua Dome ansteht: Der Wellnesstempel in Längenfeld bietet perfekte Voraussetzungen, um sich von den Anstrengungen der Piste und der Party zu erholen. Denn am Mittwochabend steht bereits das nächste Event an – und der Après-Ski des Dienstags will ja auch noch begangen werden...
Das Wetter kann schon lustig sein: Während in Sölden am Montagmorgen bei strahlendem Sonnenschein bereits der Frühling ausgebrochen zu sein scheint, hüllen sich die Berge in dichte Wolken. Doch oberhalb von etwa 2700 Metern Höhe ist die Sicht wieder frei – und so sind auch heute wieder die Gruppen zum Skiguiding gestartet, die die Pisten etwas bunter machen.
Das Mittagessen am Sonntag war auf der Sonnenterasse des Schwarzkogels auch ein wenig Schaulaufen: Von der Gucci-Skibrille über Hawaii-Blumenketten bis zur Skijacke mit appliziertem Regenbogen gab es nichts, was es nicht gibt. Klar ist aber auch: Wenn die Snowhappening-Teilnehmer auf den Hütten einfallen, geht es dort deutlich lustiger zu als sonst – das ein oder andere Kreischen inbegriffen.
Erster Höhepunkt am Sonntagnachmittag war der Aprés-Ski in der legendären Söldener Schirmbar – inklusive aller schlimmen Lieder, die bei solchen Gelegenheiten gesungen werden. Doch der Auftakt in der kreisrunden Bar war noch etwas verhalten, auch wenn der Nachmittag am Ende wie eine Verlängerung des Faschings unterm Regenbogen wirkte.
Die Nacht endete im Snow Rock Café beim Karaoke. Die Berliner Drag Queens Melly und Mataina moderierten sich hier einmal mehr um Kopf und Kragen, brachten aber bis weit nach Mitternacht zahlreiche Schwule zu ungeahnten Auftritten. Kommentare wie „Du kannst nicht singen, aber du hast einen geilen Arsch“ gehörten noch zu den harmloseren Sprüchen, die die gewohnt übergriffigen Berliner Mädels den Jungs hinerherschickten.
Der Montag gehört nun erst einmal wieder ganz dem Pistenspaß. Es soll noch Schnee geben, was angesichts der Verhältnisse kein Schaden ist. Und schon seit Beginn der Skiwoche ist der Montagabend in vielen Gesprächen Thema: Da steht der heimliche Höhepunkt an, der legendäre Hüttenabend auf der „Hühnersteig’n“ – dort geht es erfahrungsgemäß mindestens über Tische und Bänke...
Das und die weiteren Impressionen vom Gay Snowhapening dann wieder hier auf leo-magazin.de
Der Regenbogen spannt sich über dem Ötztal in Tirol: In Sölden hat am Samstagabend das Gay Snowhappening begonnen, Europas größte schwule Skiwoche. Oder besser: die größte schwul-lesbische, denn unter die vielen Jungs mischen sich auch immer mehr Frauen, die Lust auf Ski und Party haben.
Wer am Nachmittag durch Sölden lief, konnte bereits die zahlreichen Gruppen schwuler Neuankömmlinge beobachten, die den Ort erkundeten. Mehrere hundert Gäste bringt die Skiwoche – ein willkommener Füller spät in der Saison. Wer ruhige Erholung sucht, ist hier falsch: Das Gay Snowhappening startet morgens um 10 Uhr mit dem Skiguiding und endet an den Partyabenden weit nach Mitternacht – und Party ist eigentlich jeden Tag.
Als 1999 das erste Snowhappening stattfand, hätte wohl niemand ernsthaft damit gerechnet, dass zwölf Jahre später sogar Gäste aus Russland begrüßt werden, ein holländisches Fernsehteam die Woche über vor Ort ist und eine Schwulenparty aus Innsbruck die Woche eröffnet – die gleich eine ganze Busladung junger Homos aus der Hauptstadt Tirols zum Feiern für eine Nacht hinauf ins Ötztal karrte.
Über die Jahre hat die Skiwoche viele treue Fans gefunden: Stammgäste, für die das Snowhappening eine Art Familientreffen im Schnee ist. Wer zum ersten Mal dabei ist, muss aber nicht lange fremdeln: Spätestens nach dem ersten Schnaps beim Mittagstreff auf der Skihütte lernt man sich kennen.
LEO begleitet das Snowhappening in dieser Woche vor Ort. Wie war der erste Tag auf der Piste nach der Auftaktparty im „Bierhimmel“? Und wer ist der Star der Karaokeparty am Sonntagabend? Mehr am Montag an dieser Stelle.
Die ersten Eindrücke vom Begrüßungsabend gibt es in der LEO-Snowhappening-Galerie hier
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