Mit „Berlin von hinten“ hatte alles angefangen. Als Bruno Gmünder gemeinsam mit seinem damaligen Freund Christian von Maltzahn ein Buch über die Berliner Szene plante und damit gleichzeitig ein Stadtportrait und eine Standortbestimmung der dortigen Schwulen liefern wollte, ahnte er nicht, was daraus einmal würde. 1981 wurde das Buch ein großer Erfolg; die „von hinten“-Reihe wurde rasch auf Hamburg und München erweitert.
Heute, 30 Jahre später, ist der Name des Firmengründers längst zur Marke geworden: Bruno Gmünder schuf ein Medienunternehmen, das sich einen weltweiten Ruf erworben hat. Nach Angaben des Verlages erzielt die Unternehmensgruppe einen Jahresumsatz von 9 Millionen Euro und beschäftigt 80 feste Mitarbeiter.
Jetzt aber ist Schluss – zumindest für Bruno, irgendwie. Der bisherige Mitgeschäftsführer Michael Taubenheim und die beiden Unternehmer Tino Henn und Nik Reis haben die Mehrheit an der Mediengruppe übernommen, Bruno Gmünder bleibt den Unternehmen als Minderheitsgesellschafter und Berater erhalten.
„In den letzten Jahren bedrängte mich immer mehr das Gefühl, dass ich meinen eigenen Ansprüchen und Erwartungen nicht mehr gerecht werde“, sagt der 55-jährige Firmengründer. „Dass ich Platz machen müsste für jemand anderen, der mit großer, frischer Energie und Neugierde durchs schwule Leben geht.“ Gmünder galt zwar als engagierter, aber auch schwieriger Chef mit einem zuweilen rustikalen Führungsstil.
Künftig verteilt sich die Verantwortung auf drei Protagonisten. Tino Henn bezeichnet das Unternehmen als „eine der wertvollsten schwulen Dachmarken der Welt“ in seinem Segment und gibt künftige die Marschrichtung vor: Man wolle die Submarken wie „Männer“, „Spartacus“ und „Bruno´s“ noch stärker auf das Internet ausrichten, das Dienstleistungsportfolio erweitern und neue Geschäftsfelder erschließen, so Henn. Besonders im Bekleidungsbereich wolle das Unternehmen wachsen.
Der internationale Reiseführer „Spartacus“ gehört mit einer nach Verlagsangaben erzielten Auflage von mehr als 65.000 Exemplaren pro Ausgabe zu den wichtigsten Büchern des Hauses. Über das Internet, einen Katalog sowie in den fünf Shops in Berlin, Hamburg, Köln und München werden zudem tausende von Produkten vertrieben: vom Porno über Unterhosen bis zum Sexspielzeug.
„Was uns immer beschäftigt hat war die Frage, was wir als schwule Männer brauchen, was uns weiterbringt, was uns Spaß macht“, erklärte Gmünder nun zu seinem Rückzug. „Wir wollten nie aufklären, um Verständnis werben gegenüber Heteros. Wir wollten, dass wir uns weiterentwickeln, unsere eigene Kultur schaffen, unsere eigenen Helden feiern.“
Und noch etwas gab der Verleger seinen Nachfolgern mit auf den Weg: Er wolle für Vertrauen werben, „weil mit der gesellschaftlichen Anerkennung der Schwulen und Lesben homosexuelle Medien nicht überflüssig geworden sind sondern sich jetzt mehr auf das konzentrieren können, was uns ausmacht.“ Was immer dies sei.
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Unkritisches PR-Nachgequatsche. Auch damit hat "der erfolgreiche Verleger" und Ex-Maoist seine Millionen zusammengescheffelt.
www.brunoleaks.blogspot.vom
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