Seine Karriere verläuft rasant: Mit 14 die erste Hauptrolle im Theater, Sprecherrollen im Rundfunk, mit 21 der Bundesfilmpreis und gleich darauf der Durchbruch in der Hauptrolle als zorniger junger Mann in „Die Halbstarken“. Horst Buchholz wird durch den Film zum Idol der rebellischen Jugend, die Medien sehen in ihm den deutschen James Dean.
Doch der Schauspieler mag keine Klischees und spielt darauf zwei Komödien mit Romy Schneider. Die gutaussehenden Lieblinge des deutschen Films werden nicht nur in den Illustrierten ein Traumpaar, sie sind es tatsächlich für kurze Zeit. Die Traumhochzeit feiert Horst Buchholz dann allerdings mit der französischen Schauspielerin Myriam Bru.
Er spielt am Broadway und „Die glorreichen Sieben“ mit Stars wie Yul Brynner, Charles Bronson oder Steve McQueen machen Horst Buchholz auch international zum Star. Zweimal sagt er Luchino Visconti eine Rolle ab, die ihm vermutlich einen Oscar gebracht hätte.
Immer wieder schlägt Horst Buchholz gute Angebote aus und nimmt kleine B-Filme an, denn inzwischen hat er nicht nur eine Frau, eine Villa in Hollywood, ein Anwesen in der Schweiz und zwei kleine Kinder zu versorgen. Familie geht ihm über alles und am liebsten ist er selber Kind.
Er hadert mit den 68ern, die keine Stars wollen, schreibt selbst Drehbücher über politische Stoffe, aber findet dafür keine Produzenten. Schulden sammeln sich an, so entschließen sich die Buchholz' nach Europa zurückzugehen. Horst Buchholz mag Paris nicht, er langweilt sich und sucht die Erfüllung in einem neuen Leben: 1978 geht er allein zurück nach Berlin, zurück zum Theater, und lebt fortan mit einem Mann zusammen.
Sein Comeback ist kein Erfolg, der Misserfolg nagt an ihm. Er raucht und trinkt zu viel, will damit die Depressionen bekämpfen. In den 90ern spielt er in Filmen von Wim Wenders („In weiter Ferne“) und Roberto Benigni („Das Leben ist schön“) noch zwei große Rollen. Bereits geschwächt muss er aber auch Theaterauftritte absagen.
Horst Buchholz hat die Lust am Leben verloren, er isst kaum noch etwas und magert mehr und mehr ab. Von einem Oberschenkelhalsbruch wird er sich nicht mehr erholen. Am 3. März 2003, ein paar Monate vor seinem 70. Geburtstag, müssen die Ärzte ihn in ein künstliches Koma versetzen, aus dem er nicht mehr aufwacht.
Filmautor Lothar Schröder hat für „Legenden“ in Paris die Ehefrau Myriam besucht. Buchholz' Schwester Heidi, seine Kinder Beatrice und Christopher erzählen Geschichten aus dem Leben des Schauspielers. Karin Baal erinnert sich an die Zusammenarbeit in „Die Halbstarken" und Otto Sander an Buchholz' Comeback unter Wim Wenders.
Legenden: Horst Buchholz (Dokumentation, D 2011). Montag, 11. April, 21 Uhr, Das Erste
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