„Ciao, das war's!“ Damit Dirks Eltern sich diesen Satz jederzeit um die Ohren hauen können, haben sie nie geheiratet. Umso verständnisloser sind sie, als ihr eigener Sohn seine türkische Freundin Özlem heiraten will, mit der er seit einem Jahr zusammen ist.
Sie fahren trotzdem mit ihm zu Özlems Eltern, um traditionshalber um die Hand ihrer Tochter anzuhalten – die Mutter mit Kopftuch ausgestattet, der Vater mit lauter Fragen im Kopf, wie genau er seine Frage formulieren soll. Das Unterfangen gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, denn bald wird klar: Dirk muss beschnitten werden und zum Islam konvertieren.
Auch der KFZ-Mechaniker Emrah plant eine deutsch-türkische Hochzeit. Aber als ob das nicht genug wäre, handelt es sich bei der Braut ausgerechnet um seinen Freund Tim. Dieser kann ihm so viel helfen, wie er will – Emrah wehrt er sich mit Händen und Füßen vor dem bevorstehenden Coming-out, von dem seine Familie alles andere als begeistert wäre. Schließlich hat sie schon selbst eine türkische Ehefrau für ihn auserwählt.
Dem kurdischen Radiomoder Coskun wird zum Problem, dass er in einer gläubigen Familie aufgewachsen ist. Seit vier Jahren ist er nun mit seiner Kollegin Günay zusammen und hat ihr endlich den Antrag gemacht. Ihr Vater, der seine Tochter eigentlich sehr liberal erzogen hat, hält allerdings nichts von ihm und seiner Familie und sperrt Günay kurzerhand in der Wohnung ein. Coskun bleibt nichts anderes übrig, als die Braut zu entführen.
Salih will eigentlich gar nicht heiraten. In seiner Freizeit betet er für den EU-Eintritt der Türkei und sucht sicherheitshalber nach einer wunderschönen Frau, deren Heirat ihn vor der bevorstehenden Abschiebung bewahrt, denn seine Aufenthaltsgenehmigung ist befristet. Doch so einfach ist das nicht, wenn einem die Verwandtschaft im Nacken sitzt ...
Mit lustigen Dialogen und einem amüsanten Spiel mit den typischen Klischees hat Sinan Akkus‘ Spielfilmdebüt 2009 die deutschen Kinobesucher begeistert. Der Drehbuchautor und Regisseur stellte sich zu Beginn seiner Arbeit am Film die Frage, was sich in einem großen Berliner Hochhaus alles abspielen mag. So werden alle Geschichten einem Hochhaus zusammengeführt, in dem jede der betroffenen türkischen Frauen wohnt.
Evet – Ich will! (Spielfilm, D/TR 2008): Mittwoch, 27. April, 22.10 Uhr, Arte
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